04.01.21

Corona-Pandemie hat Auswirkungen auf den Ausbildungsmarkt

Elf Prozent weniger Ausbildungsverträge in 2020

Die am 15.12.2020 veröffentlichten Analysen des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB) zur Entwicklung des bundesweiten Ausbildungsmarktes im Jahr 2020 zeigen, dass der Ausbildungsmarkt pandemiebedingt erhebliche Einbußen verkraften musste. Zum einen ist die Zahl der neu abgeschlossenen Ausbildungsverträge deutlich gesunken, zum anderen aber auch das Ausbildungsplatzangebot und die Nachfrage der Jugendlichen nach Ausbildungsplätzen.

Rückgang zum Vorjahr: Ausbildungsangebot und Nachfrage der Jugendlichen

So sank das Ausbildungsangebot 2020 im Vergleich zum Vorjahr um 50.700 Plätze beziehungsweise 8,8 % auf 527.400 Plätze. Die Zahl der Jugendlichen, die eine Ausbildungsstelle nachfragten, verringerte sich um 53.000 beziehungsweise 8,9 % auf 545.700.

Hinzu erschwerten die Schulschließungen im Frühjahr und der Wegfall von Informationsveranstaltungen und Ausbildungsmessen, die Möglichkeiten das Ausbildungsangebot der Betriebe und die Nachfrage der Jugendlichen zusammenzuführen. Im Ergebnis führte dies zu vielen betrieblichen Ausbildungsplätzen, die zum Stichtag 30. September 2020 noch nicht besetzt waren (59.900 Plätze beziehungsweise 11,7 % der betrieblichen Ausbildungsplatzangebote) und einer Vielzahl von Jugendlichen, die weiterhin auf der Suche sind (78.200 Bewerber/-innen beziehungsweise 14,3 % der Nachfrage).

Infolgedessen fiel die Zahl der neu abgeschlossenen Ausbildungsverträge um 11,0 % niedriger aus als im Vorjahr. Mit nunmehr 467.500 liegt sie in Deutschland erstmals unter 500.000 (2019: 525.000).

Besonders hohe Rückgänge sind bei Ausbildungsberufen in Industrie und Handel zu verzeichnen (-13,9 %). Stark betroffen waren unter anderem:

  • Tourismuskaufmann/-frau (-58,8 %),
  • Veranstaltungskaufmann/-frau (-36,2 %),
  • Hotelfachmann/-frau (-29,9 %),
  • Fachkraft im Gastgewerbe (-24,0 %),
  • Mediengestalter/-in Digital und Print (-23,5 %).
 

Große Herausforderung: Ausbildungsplätze besetzen

Trotz der Corona-Pandemie sowie des zurückgehenden Wirtschaftswachstums halten eine überwiegende Mehrheit der Betriebe weiterhin engagiert an Ausbildung fest.

Entsprechend gibt es auch einen deutlichen Überhang (+ 30.599) der am 30. September noch unbesetzten Ausbildungsplätze (59.948) gegenüber den zu diesem Zeitpunkt noch unversorgten Ausbildungsbewerberinnen und Ausbildungsbewerbern (29.349). Für die Betriebe bleibt die große Herausforderung, ihre Ausbildungsplätze zu besetzen.

Die Entwicklung des Ausbildungsmarktes im Jahr 2020

Die Analysen des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB) zur Entwicklung des Ausbildungsmarktes im Jahr 2020 basieren auf der BIBB-Erhebung über neu abgeschlossene Ausbildungsverträge zum Stichtag 30. September 2020 sowie auf der Ausbildungsmarktstatistik der Bundesagentur für Arbeit (BA).

Weitere Informationen

Ausbildungsmarkt in der Region

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