05.05.20Berlin

Duale Ausbildung bleibt tragende Säule der Fachkräftesicherung

In Zeiten, die von Liquiditätshilfen, Kurzarbeit und steigender Arbeitslosigkeit geprägt sind, haben es andere Themen schwerer, im Blickfeld von Unternehmen und Öffentlichkeit zu bleiben. Zu diesen Themen zählt auch die Duale Berufsausbildung.

Aus diesem Grund haben die zuständigen Ministerien bzw. Senatsverwaltungen in Berlin und Brandenburg mit den Wirtschafts- und Sozialpartnern und der Bundesagentur für Arbeit verabredet, das laufende Ausbildungsgeschehen zu sichern und das kommende Ausbildungsjahr 2020/2021 möglichst gut vorzubereiten.

Gemeinsame Erklärung zur Sicherung der beruflichen Bildung in Berlin

Für das Land Berlin haben die Akteure unter der Überschrift „In Berlin gemeinsam für die berufliche Bildung – gemeinsame Erklärung zur Sicherung der beruflichen Bildung im Land Berlin“ Verabredungen getroffen.

Für die laufenden Ausbildungsverhältnisse bestand Einigkeit, dass das Ausbildungsgeschehen in Betrieben, beruflichen Schulen und überbetrieblichen Lernorten schnellstmöglich wieder aufgenommen werden soll. Die Kammern haben zugesichert, dass die Abschlussprüfungen in diesem Jahr bis zum Ende des Ausbildungsjahres innerhalb der Vertragslaufzeiten abgeschlossen werden. Vereinzelt kann dies dazu führen, dass Prüfungen in den Sommerferien durchgeführt werden müssen.

Gemeinsame Erklärung zur Beruflichen Bildung in Berlin vom 4. Mai 2020. © UVB 2020

Mit Blick auf das kommende Ausbildungsjahr appellieren die Unterzeichner der Vereinbarung an die Betriebe, das Ausbildungsplatzangebot für das kommende Ausbildungsjahr möglichst aufrecht zu erhalten und die angebotenen Stellen bei den Agenturen für Arbeit zu melden.

Das Land Berlin prüft die Einführung weiterer finanzieller Unterstützungsleistungen für ausbildende Betriebe. Die Übernahme von Auszubildenden aus Insolvenzbetrieben wird aktuell bereits über die Förderrichtlinie zur Verbundausbildung unterstützt.

Besonderes Augenmerk legen die Partner auf die Gestaltung des Übergangs der Jugendlichen, die in diesem Jahr die Schulen verlassen, in die Ausbildungsbetriebe. Hier stehen die etablierten Verfahren nicht oder zumindest zur eingeschränkt zur Verfügung. Die Partner haben deshalb vereinbart, vorhandene und neue digitale Angebote zur Berufsorientierung, zur Unterstützung von Bewerbungsaktivitäten bis hin zur Vermittlung in Ausbildung zu bündeln und sichtbar zu machen.

Einigkeit wurde darüber erzielt, dass die betriebliche Ausbildung und die Ausbildung in den Gesundheits- und Sozialberufen weiterhin Vorrang vor anderen Ausbildungsplatzangeboten haben sollen. Die UVB hat sich an diesem Punkt dagegen ausgesprochen, flächendeckend Ersatzangebote an den Oberstufenzentren oder im Trägersystem zu schaffen. Sofern die Datenlage erkennen lasse, dass derartige Angebote in Einzelfällen sinnvoll seien, sei dies mit den betroffenen Branchen weiter zu diskutieren.

UVB-Präsident Dr. Frank Büchner hat anlässlich der Veröffentlichung der gemeinsamen Erklärung am 4. Mai 2020 auf die gut ausgebaute Infrastruktur in Berlin im Bereich der Verbundausbildung hingewiesen. Herr Dr. Büchner erklärte: „Es ist wichtig, dass sich die Betriebe trotz der Corona-Krise weiter in der dualen Ausbildung engagieren. Ich danke allen, die in dieser schweren Zeit zu den jungen Menschen stehen und ihnen trotz aller Schwierigkeiten eine Perspektive bieten.

Langfristig werden beide Seiten davon profitieren, denn an der demografischen Entwicklung ändert auch die Pandemie nichts. Wir setzen darauf, dass Berlin als Hauptstadt der Verbundausbildung die Möglichkeiten hat, auch kleine und mittelgroße Firmen zu unterstützen. Es bleibt dabei: die Duale Ausbildung ist eine exzellente Grundlage für eine gute Zukunft“.

Spitzentreffen zu Ausbildungsfragen im Land Brandenburg

Für das Land Brandenburg wurden die wesentlichen Fragen für das laufende und das kommende Ausbildungsjahr im Rahmen eines Spitzentreffens erörtert. Hierzu hatte Arbeitsminister Prof. Steinbach die Sozialpartner, Kammern und die Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit am 28. April 2020 eingeladen. Die bei diesem Anlass getroffenen Verabredungen entsprechen weitgehend denjenigen für Berlin.

Die UVB hat sich dafür ausgesprochen, eine Förderung von Unternehmen aufzulegen, die Auszubildende aus Insolvenzbetrieben übernehmen. Außerdem solle in der Corona-Eindämmungsverordnung klargestellt werden, welche Bildungsmaßnahmen in überbetrieblichen Bildungseinrichtungen wieder in Präsenzform erfolgen dürfen.

Die Partner haben verabredet, am 18. Mai 2020 gemeinsam öffentlichkeitswirksam für die Duale Ausbildung zu werben.

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