18.12.17Berlin

"Wer Teilzeitbeschäftigten helfen will, sollte bei Betreuungsangeboten stärkere Akzente setzen"

UVB-Hauptgeschäftsführer Amsinck zu den Ergebnissen des Betriebspanels

Zu den heute vorgestellten Ergebnissen des Betriebspanels erklärt Christian Amsinck, Hauptgeschäftsführer der Unternehmensverbände Berlin-Brandenburg (UVB):

„Die Berliner Wirtschaft hat in den vergangenen Jahren zehntausende neue Arbeitsplätze geschaffen, die Arbeitslosenquote ist auf einem historischen Tiefstand. Wenn die Rahmenbedingungen stimmen, für die auch der Berliner Senat verantwortlich ist, ist es möglich, dass dieser Trend anhält.“

Zur Entwicklung der Tarifbindung sagte Amsinck:

„Attraktive Tarifverträge sind ein wichtiger Baustein für die soziale Marktwirtschaft. Arbeitgeber und Gewerkschaften müssen Regelungen finden, die Unternehmen nicht überfordern und ihnen genügend Spielraum lassen. Das gilt etwa für die aktuelle Tarifauseinandersetzung in der Metall- und Elektroindustrie. Durch Globalisierung und Digitalisierung wird der Wettbewerb intensiver,  deshalb brauchen die Firmen zunehmend flexible Regelungen. Zudem sollten Tarifverträge für beide Seiten Mindestbedingungen regeln. Das ist auf Seiten der Gewerkschaften zuletzt mitunter in Vergessenheit geraten.“

Mit Blick auf die Themen Ausbildung und Fachkräfte sagte Amsinck:

„Die Unternehmen in Berlin suchen intensiv nach Fachkräften. Sie wissen, dass dies entscheidend für ihre Wettbewerbsfähigkeit ist. Hier spielt die duale Ausbildung eine wichtige Rolle. Nahezu jede Branche in der Hauptstadt engagiert sich mit speziellen Programmen und Werbekampagnen. In den vergangenen Jahren hat die Wirtschaft ihr Angebot an betrieblichen Ausbildungsplätzen enorm ausgeweitet. Leider sind zuletzt wieder 1.200 Ausbildungsplätze unbesetzt geblieben. Oft finden Betriebe nicht ausreichend talentierte Bewerber. Das zentrale Problem hier ist die mangelnde Qualität im Bildungssystem. Hier müssen die Fähigkeiten der Berliner Schülerinnen und Schüler dringend besser werden. Daneben geht es um einen besseren Übergang von der Schule in den Beruf. Mehr Berufswahlkompetenz und berufliche Orientierung in den Schulen sind der Schlüssel für einen erfolgreichen Start in die Arbeitswelt. Außerdem haben wir hohe Erwartungen an die Jugendberufsagentur.“

Zum Thema Teilzeitarbeit fügte der UVB-Hauptgeschäftsführer hinzu:

„Es wäre falsch, Teilzeitarbeit zu stigmatisieren. Sie ist nicht nur politisch, sondern auch von vielen Beschäftigten gewollt. Zudem wird sie oft von Frauen genutzt, um Beruf und Familie miteinander vereinbaren zu können. Auch in der Hauptstadtregion gibt es bei den Betreuungsangeboten noch viel Luft nach oben. Wer Teilzeitbeschäftigten helfen will, sollte hier stärker Akzente setzen.“

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